Herbstmorgen

Aktualisiert: 28. Feb 2019


Im Dunkeln ruhet noch die Welt Es nebelt über Wald und Wiesen. Bunte Blätter tanzen durch die Zeit Die schönsten Früchte fallen ab vom Zweig.

(© Monika Minder)


Der Herbst ist da! Die Blätter der Bäume und Büsche leuchten in den wärmsten Farben, bevor sie allmählich zu Boden fallen. Ich möchte mich heute einmal mit dem Laub oder auch Laubheu befassen.

Laubheu.... was ist das????

Laubheu ist die Nutzung dünner Äste und Zweige ausgewählter Futterbäume als Winterfutter. Diese uralte Methode der Futtergewinnung ist auch als "Schneitelung" bekannt und kann bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgt werden. Unter anderem zählen Weide, Linde, Ulme und Hainbuche zu den Bäumen, die vor 1900 viel "geschneitelt" wurden - also regelmäßig als Futterbäume zurückgeschnitten und die jungen Triebe dann als Winterfutter (Laubheu und Raufutter) getrocknet wurden. Auch eignen sich hierfür Birke, Apfel- oder Birnenbaumtriebe und Haselnuss sowie auch Brombeerblätter.

Die Laubheugewinnung sah in der Vergangenheit ungefähr so aus: zu Beginn längerer Trockenperioden wurden dünne Zweige geschnitten und wie Heu für 3 - 5 Tage draußen in der Sonne getrocknet. Teilweise wurden die Zweige bzw. Blätter auch auf siebähnlichen Brettern getrocknet. Das fertige Laubheu musste dann trocken und luftig gelagert werden, z.B. indem es in Bündeln aufgehängt wurde.

Auch wenn sich diese Art der Fütterung nicht bis heute durchgesetzt hat, ist Laub nach wie vor ein nährstoffreicher Raufutterzusatz, der den Speiseplan im Herbst und Winter sinnvoll ergänzen kann.

Pferde fressen in der freien Wildbahn nicht nur frische Gräser, sondern auch verschiedene Kräuter, Äste, Beeren, Waldboden und Moos. Aber auch Rinde und Laub bzw. frische und angewelkte Blätter sind ein Mineralstofflieferant. Um unsere Pferde ausgewogen zu ernähren und sie zudem zu beschäftigen, kann man ihnen Äste und Zweige zum Knabbern anbieten.

Meine Pferde leben in einer Herdengemeinschaft im Offenstall und haben neben dem Paddock und Weidefläche auch einen kleinen Paddock Trail zur Verfügung, den ich mit unterschiedlichen Stationen ausgestattet habe. Neben den klassische Heustationen gibt es u.a. auch Bereiche, wo die Pferde die Möglichkeit haben, Äste zu knabbern bzw. sich das Laub von den Ästen zu ernten. So haben die Pferde neben dem unterschiedlichen Nahrungsangebot auch immer einen Anreiz zur Bewegung und sind auf der Suche nach Fressbarem.


Nicht jeder hat die Möglichkeit, Zweige zur Verfügung zu stellen. Daher bietet bereits getrocknetes Laub - welches z.B. bei vielen Futterhändlern für Kleintiere, z.B. auch online erworben werden kann - eine gute Alternative. Einfach hin und wieder ein bisschen Laub unter das Heu in die Raufe mischen. Ihre Pferde werden es lieben, und ganz nebenbei gibt es noch ein paar Vitamine und Mineralstoffe. Nachfolgend eine kleine Auswahl an Blättern und ihre Wirkung auf den Organismus der Pferde:

Birkenblätter: sind reich an Calcium, Zink und Vitamin C. Sie wirken leicht desinfizierend, wirken positiv bei Harnwegsproblemen und erhöhen die Harnausscheidung, helfen aber nicht bei Wasseransammlungen im Gewebe.

Haselnuss: Blatt und Rinde der Hasel haben einen hohen Gehalt an Calcium, Mangan und Eisen. Besonders die Knospen (Kätzchen) sind reich an Aminosäuren, den Bausteinen der Eiweiße. Die Hasel verbessert die Blutgerinnung, wirkt also blutungsstil­lend. Sie reinigt das Blut und erhöht den Blutdruck. Blätter, Knospen und Rinde werden innerlich und äußerlich bei Geschwüren eingesetzt..

Lindenblätter: und -rinde sind besonders reich an Eisen und Mangan. Frische Blätter enthalten viel Vitamin C. Rinde und Blatt wirken krampflösend und darmregulierend. Daher sind sie besonders gut bei Futterumstellungen. Lindenblätter sind ein hervorragender Futterzusatz.

Weidenblätter: wirken schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend und lindern Gelenkschmerzen. Als Abwechslung im Speiseplan von Rehepferden empfehlenswert.

Brennesselblätter: sie enthalten viele Vitamine, Minereralsalze, Kieselsäure, stärken das Immunsystem und wirken stark harn,- und verdauungsanregend. Brennnessel regt den Stoffwechsel an und wirkt entschlackend. Auch zur Unterstützung des Fellwechsels ist sie geeignet.

Brombeerblätter: Pferde fressen sie gerne und können sie ausgesprochen geschickt abweiden. Brombeerblätter enthalten Gerbstoffe, Flavon, Vitamin C und Zitronensäure, sie haben einen hohen Kalzium-, Kalium- und Mangangehalt. Die Gerbstoffe wirken auf alle Schleim­häute des Organismus, sie stärken die Darmflora und werden besonders bei Durchfällen gegeben. 

Maulbeerblätter: enthalten viele Vitamine, z.B. Vitamin C und Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink und Mangan. Die Blätter haben eine entzündungshemmende- und antibakterielle Wirkung und sorgen für ein gesundes Herz-, Kreislaufsystem.

Apfelblätter: wirken positiv gegen chronischen Husten und beugen durch den hohen Vitamin-C Anteil Infektionen vor.

Birnenblätter: enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Durch den hohen Eisenwert ist es gut für Zuchtstuten. Wirkt aber stopfend!

Johannisbeerblätter: wirken positiv bei Harn-, und Atemwegsproblemen und lindern Gelenkschmerzen.


Auf einen bunten Herbst und bis bald! Bei Fragen oder Anregungen freue ich mich über eine Nachricht.


















Quellen: www.artgerecht-tierwww.artgerecht-tier.de/pferde/d-wildpferde-als-futterberater-1167633685

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